Velo parkt mit Gleisanschluss

VELOP.CH

Städte der Städtekonferenz Mobilität (SKM) fordern vom Bund und den Kantonen Rahmenbedingungen, die es ihnen erleichtern, dem Fuss- und Veloverkehr einen grösseren Anteil am öffentlichen Raum zuzumessen.

"Die Mitgliederstädte der Städtekonferenz Mobilität, also Aarau, Basel, Bern, Biel, Carouge, Chiasso, Freiburg, Genf, Köniz, Lausanne, Luzern, Montreux, Neuenburg, Nyon, Onex, Schaffhausen, Schlieren, St. Gallen, Winterthur und Zürich fordern vom Bund und den Kantonen Rahmenbedingungen, die es ihnen erleichtern, dem Fuss- und Veloverkehr einen grösseren Anteil am öffentlichen Raum zuzumessen. Der Schub, den die beiden platzsparenden, gesundheitsfördernden und leisen Fortbewegungsarten in der Corona-Krise erfahren haben, soll genutzt werden, um ihnen dauerhaft ein grösseres Gewicht zu geben" schreibt die Städtekonferenz Mobilität am 29.5.2020 in ihrem Positionspapier.

"Um den Platz für die Veloförderung zu gewinnen, soll weder bei den anderen klimaverträglichen und flächeneffizienten Verkehrsmitteln gespart werden, noch beim klimarelevanten Stadtgrün. Deshalb geschieht die Aufwertung der Veloinfrastruktur mehrheitlich auf Kosten von Parkplätzen und Fahrspuren" sagt Stadtrat Richard Wolff, Vorsteher des Tiefbau-und Entsorgungsdepartements der Stadt Zürich.

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"Zurzeit werden deutlich mehr E-Bikes als sonst schon verkauft. Vieles deutet darauf hin, dass in Zeiten von Corona Pendler*innen vermehrt aufsBike umsteigen. Damit langfristig als Alternative zum öffentlichen Verkehr das Velo und nicht das Auto genutzt wird, braucht es entsprechende Investitionen in die Velo-Infrastruktur. Attraktive Abstellplätzesind gefragt, bei welchen die Velos sicher und am Trockenen angebunden werdenkönnen. Diese braucht es flächendeckend –im öffentlichen Raum, bei Wohn-und Bürogebäuden und an Bahnhöfen. Somit ist auch kombinierte Mobilität möglich,wobei der letzte respektive erste Kilometer einer Reise mit dem Velo gemacht wird" sagt Gemeinderätin Ursula Wyss, Direktorin Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün Stadt Bern.

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Zum Velogesetz meint Hans-Peter Wessels, Vorsteher Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt: "Die Kantone nehmen gerne die Verantwortung für die Planung, Anlage und Erhaltung von Veloinfrastrukturen wahr."

www.skm-cvm.ch

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Rahmenbedingungen für eine effiziente und umweltfreundliche Logistik schaffen

Velofahrer danken es, wenn die Spediteure nicht auf der Velospur entladen, sondern andere Möglichkeiten nutzen. In diese Richtung zielt das Postulat NR Kurt Flury SO: Der Bundesrat wird eingeladen, die folgenden Veränderungen der bundesrechtlichen Rahmenbedingungen für eine zeitgemässe urbane Logistik zu prüfen:

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1. Zulassung schwerer und grösserer Cargo-Velos: die erleichterte Zulassung bzw. Förderung von emissionsarmen Fahrzeugen für die urbane Logistik in der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge, z.B. schwerere (>200 kg) oder breitere (>1 m) Cargovelos. Diese dürfen heute gemäss Artikel 175 VTS in der Schweiz nicht verkehren.

2. Unterstellung von "Postdiensten" unter Zufahrtsbeschränkungen: einen praxistauglichen und zukunftsfähigen Rahmen für effektive Zufahrtsberechtigungen von Post- und Paketdiensten. Heute ist die Interpretation so, dass diese aufgrund von Artikel 3 Absatz 3. SVG von Lieferzeitbeschränkungen ausgenommen sind ("Fahrten im Dienste des Bundes bleiben gestattet").

3. Grössere Handlungsspielräume für umweltfreundlichen Warenverkehr: die Schaffung rechtlicher Grundlagen für Regulierungen zur Einführung von leistungsabhängigen Abgaben auch für Lieferwagen mit Verbrennungsmotoren. Dies als Anreiz für den Umstieg auf umweltfreundlichere Transportmittel.

4. Übersicht über Warenverkehrsanlagen: die Erhebung und Offenlegung von Daten zu bestehenden Güterverkehrsanlagen, die sich im Eigentum des Bundes befinden oder von ihm mitfinanziert werden bzw. wurden. Damit sollen sich mögliche Synergien im Gesamtsystem der urbanen Logistik z. B. zur Einrichtung von Umladestellen (Hubs) erkennen und nutzen lassen.

Quelle: www.parlament.ch

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Bild links: Die Anlieferung aus Platzmangel auf der Velospur. Begrünen mittels Pflanzenrabatten oder Bäume zur Verbesserung des Mikroklimas ist damit verunmöglicht. Bild rechts: Feinverteilung von Microdepot zur Zieladresse mit Kleinstfahrzeugen.

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Geschrieben von VELOP.CH am Samstag Mai 30, 2020

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